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Zecken bei Katzen: erkennen, entfernen, vorbeugen

Sobald die Temperaturen im Frühjahr steigen, beginnt die Zeckenzeit, und damit kommt jedes Jahr aufs Neue die Frage: Können Katzen überhaupt Zecken bekommen? Ja, das können sie, denn Zecken bei Katzen sind vor allem bei Freigängern ein Thema. Ich erinnere mich noch an den ersten Sommer mit Sammy, als ich beim Kraulen plötzlich etwas Kleines, Festes am Hals ertastet habe. Mein Puls ging sofort hoch, weil ich erst mal alles falsch gemacht habe, was man falsch machen kann. Heute weiß ich jedoch, wie es richtig geht, und genau das gebe ich dir hier weiter – ruhig und ohne Panik.

Zecken bei Katzen – Tierhalter durchsucht das Fell einer Katze nach Zecken

Die Fellpilot-Kurzanalyse

Zecken bei Katzen werden ab etwa 10 °C aktiv und betreffen vor allem Freigängerkatzen. Du erkennst sie als kleine, festsitzende Knötchen im Fell, meist an Kopf, Hals und Ohren. Eine Zecke solltest du so früh wie möglich entfernen, am besten mit einer Zeckenzange in einer ruhigen, leichten Drehbewegung, jedoch ohne Öl oder Quetschen. Wichtig ist außerdem: Krankheitserreger werden meist erst nach etwa 20–24 Stunden übertragen, weshalb schnelles Handeln gut schützt.

Warum Zecken bei Katzen ein Thema sind

Zecken sind kleine Spinnentiere, die sich im hohen Gras, in Büschen und am Waldrand aufhalten, während sie auf einen vorbeikommenden Wirt warten. Ab Temperaturen von über 10 Grad Celsius werden sie aktiv, sodass Zecken bei Katzen in milden Wintern fast ganzjährig vorkommen können, hauptsächlich aber von Frühjahr bis Herbst.

Betroffen sind vor allem Freigänger. Reine Wohnungskatzen haben zwar ein sehr geringes Risiko, ganz ausgeschlossen ist es allerdings nicht, weil eine Zecke auch über uns Menschen oder über offene Fenster hineinkommen kann. Ein Zeckenstich ist nicht nur lästig und juckt, sondern er kann zudem Krankheitserreger übertragen. Bei Katzen passiert das zwar seltener als bei Hunden, trotzdem lohnt sich die Vorsorge, schon allein wegen der lokalen Reizung an der Stichstelle. Einen guten Überblick über die übertragbaren Erreger bietet die Fachorganisation ESCCAP zu Zecken und Parasiten.

Der entscheidende Punkt, den mir damals niemand gesagt hatte: Eine Zecke beginnt erst nach rund 20 bis 24 Stunden richtig mit dem Blutsaugen und gibt erst dann mögliche Erreger ab. Wer also täglich kontrolliert und eine Zecke früh entfernt, der reduziert das Ansteckungsrisiko enorm.

Zecken bei Katzen richtig entfernen

Wenn du eine festsitzende Zecke findest, dann bleib ruhig, weil das mit dem richtigen Vorgehen schnell erledigt ist:

  1. Das richtige Werkzeug nehmen. Eine Zeckenzange, ein Zeckenhaken oder eine spitze Pinzette. Niemals mit bloßen Fingern, weil dabei leicht der Kopf abreißt und stecken bleibt.
  2. Nah an der Haut ansetzen. Greife so dicht wie möglich über der Einstichstelle, also nicht am vollgesogenen Körper.
  3. Ruhig herausdrehen. Ziehe mit einer leichten, gleichmäßigen Drehbewegung heraus, jedoch nicht ruckartig.
  4. Stelle desinfizieren. Tupfe die Einstichstelle anschließend mit einem geeigneten Desinfektionsmittel ab.
  5. Beobachten. Behalte die Stelle in den nächsten Tagen im Auge.

Bei Sammy habe ich damals genau den klassischen Fehler gemacht, weil ich die Zecke mit Öl „ersticken“ wollte. Heute weiß ich jedoch: Das ist kontraproduktiv. Ein Betäuben oder Abtöten der Zecke mit Öl oder Alkohol löst nämlich bei ihr Stress und damit eine beschleunigte Speichelabsonderung aus – also genau das, was man vermeiden will.

So beugst du Zecken bei Katzen vor

Hundertprozentig verhindern lässt sich ein Zeckenbefall bei Freigängern zwar nicht, allerdings kannst du das Risiko deutlich senken:

  • Tägliche Fellkontrolle. Das ist der wirksamste und zugleich einfachste Schutz. Taste nach dem Freigang besonders Kopf, Hals, Ohren und Achseln ab, weil Zecken dort gern sitzen. Außerdem ist das tägliche Absuchen eine schöne Kuschelroutine.
  • Zeckenschutz fürs Tier. Es gibt verschiedene Präparate (Spot-on, Halsbänder) sowie natürliche Mittel auf Basis ätherischer Öle. Wichtig: Viele Hunde-Präparate sind für Katzen hochgiftig, besonders Permethrin. Verwende deshalb nur ausdrücklich für Katzen zugelassene Mittel und sprich die Wahl vorher mit deinem Tierarzt ab.
  • Umgebung bedenken. In Gebieten mit hoher Zeckendichte und zur Hochsaison solltest du häufiger kontrollieren.

Häufige Fehler

  • Die Zecke mit Öl, Klebstoff oder Alkohol behandeln. Das erhöht das Übertragungsrisiko, statt es zu senken.
  • Mit den Fingern zupfen. Dadurch reißt der Kopf ab und bleibt stecken.
  • Die Zecke quetschen. Dabei wird potenziell erregerhaltige Flüssigkeit in die Wunde gedrückt.
  • Hundemittel bei der Katze anwenden. Das kann lebensgefährlich sein, weshalb du es niemals ohne tierärztliche Rücksprache tun solltest.
  • Nach dem Freigang nicht kontrollieren. Die tägliche Kontrolle ist nämlich der wichtigste Schutz überhaupt.

Wann du mit Zecken bei Katzen zum Tierarzt solltest

Fellpilot ersetzt keine tierärztliche Untersuchung. Bitte stelle deine Katze deshalb vor, wenn:

  • du den Zeckenkopf nicht vollständig entfernen konntest,
  • sich die Einstichstelle stark rötet, entzündet oder anschwillt,
  • deine Katze nach einem Zeckenbiss schlapp wirkt, Fieber zeigt, weniger frisst oder sich anders verhält,
  • du sehr viele Zecken findest oder unsicher bei der Entfernung bist,
  • oder du einen geeigneten Zeckenschutz auswählen möchtest.

Verändertes Fress- oder Allgemeinverhalten nach einem Zeckenbiss solltest du ernst nehmen, weil es ein Warnsignal sein kann. Wie du sowas einordnest, liest du in Katze frisst plötzlich weniger: mögliche Gründe. Und weil ein fittes Immunsystem mit Belastungen besser umgeht, lohnt sich zudem ein Blick auf die richtige Fütterung in Wie viel Nassfutter braucht eine Katze?.

Häufige Fragen

Können Wohnungskatzen Zecken bekommen? Zwar selten, aber möglich, weil eine Zecke über Menschen oder offene Fenster hereinkommen kann. Das Hauptrisiko für Zecken bei Katzen tragen allerdings Freigänger.

Wie entferne ich eine Zecke bei der Katze am besten? Setze mit einer Zeckenzange oder spitzen Pinzette nah an der Haut an und ziehe mit einer ruhigen Drehbewegung heraus. Danach desinfizierst du die Stelle. Kein Öl, kein Quetschen.

Ab wann sind Zecken bei Katzen gefährlich? Erreger werden meist erst nach etwa 20–24 Stunden übertragen. Wer deshalb täglich kontrolliert und früh entfernt, senkt das Risiko deutlich.

Darf ich ein Zeckenmittel für Hunde bei meiner Katze verwenden? Nein, weil viele Hunde-Präparate für Katzen giftig sind. Verwende daher nur ausdrücklich für Katzen zugelassene Mittel und stimme die Wahl vorher mit dem Tierarzt ab.


Fellpilot hilft dir, deine Katze besser zu verstehen und bewusste Entscheidungen für Ernährung, Gesundheit und Wohlbefinden zu treffen. Dieser Artikel ersetzt keine tierärztliche Beratung.

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